Kann man sich eine fremde Sprache schöntrinken? Und sie dann auch besser sprechen?

Dass die Leute beim Trinken gesprächiger werden, ist nichts wirklich neues. Aber dass sich unter Alkoholeinfluss ihre Aussprache verbessert, noch dazu in fremden Sprachen, das birgt einen gewissen Aufmerksamkeitsköder. Wohl sollte hier aber betont werden, dass es um äußerst moderaten Alkoholeinfluss geht, ungefähr dem Äquivalent eines Halbliters Bier.

Die Studie, die vielleicht bald unter dem Namen Heineken-Report in die Annalen der Sprachwissenschaften eingehen wird:
Dr. Fritz Renner, jetzt ist er wohl ein berühmter Mann, von der Universität Maastricht, will es herausgefunden haben: Er und seine KollegInnen knöpften sich 50 Leute vor, deren Muttersprache Deutsch ist, die aber auch kürzlich holländisch (o.k. niederländisch) als Fremdsprache gelernt hatten und flößten der Hälfte von Ihnen etwas Alkohol ein (ca 1/2 Liter Bier). Das Ergebnis macht seit ein paar Tagen im Internet die Runde und Tucomas ist es wichtig, die Runde zu vergrößern. Geht ja um die Wissenschaft. Um es kurz zu machen: Angeblich sprachen die unter Alkoholeinfluss stehenden Personen deutlicher, verständlicher und flüssiger Niederländisch. Und das nicht gerade nicht in der Selbsteinschätzung, sondern in der Einschätzung von sogenannten native speakern, als waschechten Holländern, pardon Niederländern.

Beweisen tut das noch gar nix. Vielleicht ist ja das Niederländische nur ein Alkoholderivat des Deutschen? Auf der anderen Seite ist es vielleicht auch einmal an der Zeit der Verteufelung des Alkohols, wenn schon nicht nüchterner, so doch gelassener einen Kontrapunkt entgegenzusetzen. Alkohol ist nicht gut, Alkohol ist nicht schlecht, Alkohol ist eben Alkohol und muss situativ betrachtet werden und manchmal beflügelt er die Kommunikation – und das Lernen. Auch nichts neues, aber trotzdem.

Und hier geht es zur Zusammenfassung der Studie.
http://journals.sagepub.com/doi/full/10.1177/0269881117735687

Magnesium vertreibt Depressionen

Macht ein ausreichender Magnesiumspiegel glücklicher?

Zwischen Magnesiummangel und Depressionen wird schon lange ein Zusammenhang vermutet (und zum Teil auch dokumentiert).
Und dieser Zusammenhang scheint 2017 durch eine neue Studie bestätigt worden zu sein.

US-Forscher der Universität von Vermont baten 126 Personen, die über Depressionen (mild bis moderat) klagten, täglich Magnesium einzunehmen.

Es handelte sich dabei um keine Doppelblindstudie. Sowohl Patienten als auch die Ärzte wussten also, dass Magnesium verabreicht wurde.

Die PatientInnen wiesen ein Durchschnittsalter von 52 Jahren auf und hatten täglich 248 mg reines Magnesium erhalten, dies in Form von täglich 4 Stück 500 mg Magnesiumchlorid – (MgCl2)-Tabletten.  Angeblich wäre es den meisten Patienten bereits nach 2 Wochen deutlich besser  gegangen (signifikante Verminderung von Depressions- und Angstsymptomen in abgefragten standardisierten Fragebögen).

Die Frage, ob sie auch in der Zukunft Magnesium einnehmen würden, beantworteten 68 TeilnehmerInnen (61%) mit ja, 22 (20%) mit vielleicht und 22 (20%) mit nein. Die häufigsten Gründe für eine positive Antwort waren “das Magnesium half meiner Stimmung” (58%) und “es half in anderen Bereichen” (23%), (Erhöhung der Energie, weniger Verstopfung, abnehmende Muskelschmerzen und Krämpfe). Der häufigste Grund für eine negative Antwort war, dass Magnesium nicht helfen würde (46% von den negativen Antworten), gefolgt von Nebenwirkungen (20%). Die häufigste Nebenwirkung war Durchfall, von dem 8 TeilnehmerInnen berichtet hatten.

Die ForscherInnen schlossen, dass die Magnesiumergänzung einen “sicheren, schnellen und kostengünstigen Ansatz zur Bekämpfung depressiver Symptome bietet”. Die meisten Patienten, die Verbesserungen erleben, würden dies innerhalb von zwei Wochen nach Beginn der Supplementierung erfahren.

Schon aus früheren Studien war bekannt, dass bestimmte Antidepressiva eine bessere Wirkung entfalten, wenn der Magnesiumspiegel gut ist.

Aktuelle Studie im Volltext: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5487054/

 

Lächeln lässt Sie alt aussehen.

Endlich mal eine Studie mit Aha-Effekt.

Der israelische Psychologe Tzvi Ganel will es herausgefunden haben. Er ließ Testpersonen Fotos von den Leuten vorlegen, die auf einem Foto gelächelt hatten und auf dem anderen neutral dreinblickten. Und auf den Fotos, auf denen man neutral dreingeblickt hatte, wurde man von den Testpersonen im Durchschnitt jünger eingestuft. Das war dem israelischen Psychologen aber noch nicht genug. Denn es galt noch zu testen, wie man altersmäßig eingestuft wird, wenn man ein überraschtes Gesicht zeigt. Und – Surprise! –  die überraschten Gesichter wurden überhaupt am allerjüngsten bewertet.

Interessant auch die Überzeugung der Teilnehmer zur Frage, wann man jünger wirkt. Die Probanden waren nämlich grundsätzlich der Ansicht, dass ein Lächeln ein jüngeres Gesicht verleiht. Welch ein Illtum!

Wer es nicht glaubt, aber trotzdem nachlesen will: Hier, bitte schön!

Granatapfelsaft macht graue Zellen fit

Über die Sinnhaftigkeit der Zufuhr von Antioxidantien lässt sich streiten.

Wären Antioxidantien tatsächlich so gesund wie schon seit Jahren postuliert, dürfte es eigentlich viele Zipperlein auf diesem Planeten gar nicht mehr geben. Also muss man diese Wirkstoffe auch nicht überbewerten.
Dennoch dürfte eines feststehen: Granatapfelsaft weist unter den Fruchstäften eine der höchsten Mengen an Antioxidantien auf.

Im Jahr 2013 widmeten sich ForscherInnen der Universität von Kalifornien den Auswirkungen von Granatapfelsaft auf die Gedächtnisleistung älterer Menschen.

Dazu wurden 28 vergessliche Personen mit einem Durchschnittsalter von 62-63 Jahren getestet. Vier Wochen lang erhielt die Hälfte der Teilnehmer ein aromatisiertes Erfrischungsgetränk, das keine Wirkstoffe  enthielt. Die andere Hälfte erhielt täglich ein großes Glas Granatapfelsaft.

Am Beginn der Testperiode und nach dem Ende der Supplementierungszeit wurden Gedächtnistests durchgeführt. Dergestalt, dass man zuerst den Probanden Wortpaare vorlas und später einen Teil des Wortpaares ausließ und die Studienteilnehmer nach dem fehlenden fragte. Weiters gab es auch einen räumlich-visuellen Gedächtnistest, der die Orientierungsleistung in einer virtuellen Stadt abfragte.

Die Gruppe, die den Granatapfelsaft erhalten hatte, konnte beide Tests am Ende der Studie besser erfüllen als die Placebo-Gruppe.

Gleichzeitig wurden während der Gedächtnistests  Magnetresonanztomographien an den Gehirnen der Studienteilnehmer durchgeführt. In der Granatapfelgruppe waren u.a. die Basalganglien, der Thalamus und der Hippocampus aktiv. Das war bei der Placebo-Gruppe angeblich nicht der Fall.

Die Ergebnisse unterstützen die Hypothese, dass Polyphenole, die aus Granatapfelsaft gewonnen werden, das Gedächtnis bei älteren Personen mit altersbedingtem Gedächtnisrückgang verbessern könnten. Die WissenschaftlerInnen, vermuten, dass Polyphenole (und andere Antioxidantien) den ruhenden und aufgabenbezogenen Blutfluss im Gehirn verstärken. Die ForscherInnen zogen zusammenfassend den Schluss, dass die Einnahme von einem Viertel Liter Granatapfelsaft täglich über einen Monat bei älteren Erwachsenen, das verbale Gedächtnis verbessern kann und die neuronale Aktivität während eines visuellen Tests verändert.

 

Hier geht’s zur Studie: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3736548/

Pomegranate02 edit

Kurkuma bringt das Gedächtnis auf Trab – sofort.

Im Jahr 2013 zeitigte eine Studie taiwanesischer Forscher erfreuliche Ergebnisse für ältere Menschen1)”Turmeric improves post-prandial working memory in
pre-diabetes independent of insulin” http://apjcn.nhri.org.tw/server/apjcn/23/4/581.pdf
. 68 Personen im Diabetes-Frühstadium erhielten zum Frühstück entweder 1 Gramm Kurkuma oder ein Placebo oder eine Kurkuma/Zimt-Kombination oder nur Zimt. Die Testpersonen waren allesamt mindestens 60 Jahre alt (Median männlich 71 – weiblich 75).


Dabei wollen die Forscher festgestellt haben, dass sich bereits Stunden nach der Einnahme von Kurkuma die Leistung des Arbeitsgedächtnisses der Probanden gegenüber den Nicht-Kurkuma-Gruppen verbesserte. Die Verbesserung des Arbeitsgedächtnisses trat umso stärker auf, je weniger Körperfettanteile und je geringer die Insulinresistenz der TeilnehmerInnen war. Der Effekt zeigte sich bei der Kurkuma/Zimt-Kombi in gleichem Ausmaß (also ohne Synergie- oder hemmende Wirkungen). In anderen Worten, Zimt allein, oder in Kombination mit Kurkuma scheint dem Arbeitsgedächtnis auf die Schnelle weder zu zu nützen noch zu schaden.

Kurkuma zählt derzeit wohl zu den beliebtesten Forschungsgegenständen der Pflanzen-Pharmakologie. Häufig wird dabei dem Inhaltsstoff Curcumin besondere Bedeutung zugewiesen. Interessant an der hier veröffentlichten Studie ist, dass die ForscherInnen ein ganz gewöhnliches Kurkuma-Pulver verwendeten (also kein Curcumin-Extrakt) und die Wirkung mehr oder weniger sofort (innerhalb von 6 Stunden) eintrat.

Wer die Studie auf Englisch, nachlesen will, bitte schön.

Quellenverzeichnis

Quellenverzeichnis
1 ”Turmeric improves post-prandial working memory in
pre-diabetes independent of insulin” http://apjcn.nhri.org.tw/server/apjcn/23/4/581.pdf

Hilft Ashwagandha beim Restless Legs Syndrom?

Regelmäßige Leser dieses Blogs wissen, dass hier gerne über die Pflanze Ashwagandha berichtet wird.
Ashwagandha (Withania somnifera) findet man vor allem auf dem indischen Subkontinent, aber auch z.B. in Afrika, China, Jemen und Nepal.

Nerventonisierend, beruhigend, anregend, hormonverbessernd etc.etc.. Wühlt man sich durch diverse Internetforen, vor allem im englischsprachigen Raum, findet man zahlreiche Berichte über positive Erfahrungen mit dieser Pflanze.
Und auch die Wissenschaft versucht seit einigen Jahren mit einigen Studien aufzuwarten. Kein Wunder also, dass sich die Pflanze in den letzten Jahren auch zu einem großen Business-Faktor entwickelt hat. Das ging sogar so weit, dass amerikanische Firmen Patente auf die Wirksamkeit der Pflanze anmelden wollten und dies zu einem kleinen Patentrechtsstreit mit Indien geführt hatte.

Was man bei den Wirkungsbeschreibungen  sehr selten findet, ist die Frage, ob Ashwagandha auch beim weit verbreiteten Restless Legs Syndrom helfen kann.
Auf der Produktseite eines Online-Supplemente-Herstellers findet sich dazu ein positiver Erfahrungsbericht einer betroffenen Frau. Damit hier keine Werbung für diverse Shops erfolgt, soll hier auch keine Verlinkung zur Quelle folgen. Ashwagandha-Produkte kann man online ohnedies in Hülle und Fülle bei diversen Händlern kaufen, und in lokalen Reformhäusern oder Alternativ-Läden wird man auch sehr schnell fündig. Im übrigen sollte man, wenn man sich für diese Pflanze interessiert, ohnedies mehrere Anbieter testen. Viele UserInnen berichten, es hätte Ihnen dieses Ashwagandha-Produkt geholfen, aber nicht jenes usw. Egal, jetzt wird doch verlinkt:- aber nicht zu einem Shop (auf dem Link nach Reviewer: “V. J. D., 45-54 Female” suchen, Bericht vom 12.12.2016). Der Link ist nicht direkt abrufbar, mann muss sich durch weitere Unterseiten wühlen, um den Erfahrungsbericht zu finden. Egal, hier ein übersetzter Auszug:

“Ich nehme seit 2 Jahren 1-2 Ashwagandha-Presslinge. Meine Mutter und mein Mann auch. Mit Sicherheit beruhigt es die Nerven. Meine Mutter und ich leiden am RLS, was in der Nacht scheußlich sein kann. Zwei Ashwagandha vor dem Schlafengehen helfen perfekt um die Symptome zu lindern.”

Da Ashwagandha zumeist mit einer entspannenden Wirkung auf die Psyche in Verbindung gebracht wird, und das Restless Legs Syndrom bekanntlich bei Stress, Belastungen etc. gehäuft auftritt, wäre eine Linderung durch Ashwagandha naheliegend. Insbesondere dem reinen Wurzelpulver (also kein Konzentrat!) gehäuft in ein bis zwei Esslöffeln (5g-10g) wird eine sehr entspannende, ausgleichende Wirkung nachgesagt.

Aber wie gesagt: Serlös erforscht ist dazu (zum RLS) noch gar nichts. Und in Foren findet man auch nicht wirklich viel dazu. Vielleicht war der Bericht der Ashwagandha Käuferin auch nur ein Fake? Schwer zu sagen. Aber ausprobieren kann man ja auch mal was. Und vielleicht hilft es auch, nur auf Kuhmilch zu verzichten. Einem Bericht auf Reddit ist zu entnehmen, dass das Weglassen von Kuhmilch einer betroffenen Person Wunder geholfen habe.

WithaniaFruit

Leinsamen gegen Damenbart

Das sogenannte polyzystische Ovar zählt zu den häufigsten hormonellen Abweichungen bei Frauen.

Höhere Androgenspiegel, häufiges Auftreten von Hirsutismus (männlich erscheinende Gesichtsbehaarung bei Frauen) und Übergewicht zählen zu häufigen Begleitfaktoren.

2007 wurde ein Fall beschrieben, bei dem eine 31-jährige Frau auf eigenen Wunsch nach ärztlicher Absprache über einen Zeitraum von vier Monaten täglich rund 30 Gramm Leinsamen konsumierte. Die Frau hatte zuvor von Studien gehört, die eine testosteronsenkende Wirkung bei Männern festgestellt hatten.

Nach vier Monaten zeigte sich bei der Frau eine deutliche Reduktion des Gesamtserumtestosteronspiegels (um 70%), des freien Serum-Testosterons (um 89%), und des Anteils an freiem Testosteron (um 65%). Gleichzeitig wurde ein höherer (+37%) Insulinspiegel gemessen (der  im empfohlenen Referenz-Rahmen blieb).

Die Patientin berichtete auch von einem Rückgang ihres Hirsutismus (männlich erscheinende Gesichtsbehaarung). Der Grad des Hirsutismus und dessen Veränderung wurde von den Wissenschaftlern nicht gemessen. Es erschien ihnen jedoch erwähnenswert, dass die Patientin selbst eine Abnahme des Hirsutismus wahrgenommen hatte.

Die Autoren der Fallstudie wiesen darauf hin, dass ein einzelner Fall nur bedingte Aussagekraft hat, aber zu weiteren Studien in diese Richtung anregen sollte.

Auch grüner Minze wird oft eine ähnliche Wirkung attestiert.

Quellen:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2752973/

Stress lässt Gesichter älter aussehen.

Wir werden umso jünger wahrgenommen, je niedriger unsere Cortisol-Spiegel sind? Diesen Zusammenhang wollen niederländische Forscher der Universität Leiden festgestellt haben.
In der Studie hatten Gerontologen zahlreiche Niederländer untersucht, die zur Hälfte aus besonders langlebigen Familien stammten.
Die Studienautoren stellten fest, dass das Alter der Studienteilnehmer umso höher geschätzt wurde, je höher die gemessenen Cortisol-Werte in der Früh waren. In Zahlen: Für jedes Mikromol pro Liter mehr an Cortisol, schauten die Studienteilnehmer um 0,42 Jahre älter aus. Und das traf angeblich gerade vor allem auf jene untersuchten Menschen zu, die nicht aus der Gruppe der langlebigen Familien stammten.

Die Teilnehmer mit niedrigen Cortisol-Level hätten im Schnitt rund vier Jahre jünger ausgeschaut, als die Teilnehmer mit hohen gemessenen Cortisol-Level.

Man kann die Sinnhaftigkeit und Aussagegültigkeit der Studie durchaus in Frage stellen.
Dass höhere Stresswerte (Cortisol gilt ja u.a. als Stressmarker) Leute älter aussehen lässt, stellt nicht unbedingt einen großen Neuigkeitswert dar. Und dann ist da noch die Frage, wie die Wahrnehmung des Alters einer Person überhaupt gemessen wird? In der Studie wurde dies mit Fotos gemacht, die 60 Leuten gezeigt wurden.

Aber gut, wer weiß. Vielleicht kann die Arbeit der holländischen Wissenschafter dazu dienen, die Lust bei uns zu erhöhen, unseren Stresslevel auch manchmal eine Pause zu gönnen. Und das wäre doch schon ein Gewinn?
Wer sich mit der Studie im Detail auseinandersetzen will, möge hier den Volltext nachlesen: http://www.psyneuen-journal.com/article/S0306-4530(12)00068-6/fulltext

Grüne Oliven – in 30 Tagen weniger Fett und mehr Muskeln

Grüne Oliven. In 30 Tagen weniger Fett- dafür mehr Muskelmasse.
Was für eine Studie! Italienische Forscher nahmen grüne Oliven (Nocellara del Belice) genauer unter die Lupe und verbreichten diese 25 gesunden Menschen, zwischen 18 und 65 Jahren alt, 30 Tage lang (12 Stück/pro Tag).

Dass Oliven eine gute Quelle von Poliphenolen darstellen, ist bereits länger bekannt. Vor allem das Oleuropein und Hydroxytyrosol umfassen rund 1-3% des Fruchtgewichts. Zu beachten ist allerdings, dass der Polyphenol-Gehalt stark von der Herkunft der Oliven abhängig sein soll. Während den griechischen “Koroneiki” ein hoher Gehalt zugesprochen wird, dürfte dies bei den spanischen “Arbequina” genau umgekehrt sein. Die Sizilianische “Nocellara”, die in der Studie verwendet wurde, dürfte so dazwischen liegen.

Und nun zu den Resultaten:
Die Teilnehmer verloren im Durchschnitt rund 1 kg Fettmasse und gewannen dafür knapp 1 kg Muskelmasse. Nicht schlecht für 30 Tage ohne Zusatztraining.

Und hier geht es zur Studie im Volltext.

Kurkuma als Hilfe bei Alzheimer?

Japanische Forscher untersuchten im Jahr 2012 an drei an Alzheimer erkrankten Patienten die Wirkung der Kurkuma-Pflanze. Der kognitive Zustand der Patienten, sowie die Verhaltens- und psychologischen Symptome der Demenz waren am Beginn der Studie als sehr schwerwiegend beschrieben worden. Reizbarkeit, Unruhe, Ängstlichkeit, Apathie, Inkontinenz (bei zwei Personen) wurden als Sypmptome beschrieben.

Allen drei Patienten wurden Kurkuma-Pulver Kapseln (764mg Kurkuma mit 100mg Curcumin pro Tag) verabreicht. Nach 12 Wochen der Behandlung wurde eine signifikante Verminderung der oben beschriebenen Symptome festgestellt. Bei einem der Patienten soll es auch zu einer deutlichen Verbesserung der kognitiven Funktionen gekommen sein (Verbesserung beim “Mini-Mental-Status-Test” von 12/30 auf 17/30). Der Mini-Mental-Status-Test gilt als das meistverwendete Diagnoseinstrument bei Demenz. Bei den anderen beiden Patienten war der kognitive Zustand vor Beginn der Studie so schlecht, dass man den Test nicht durchführen konnte. Jedoch wurde festgestellt, dass sie Angehöhrige ihrer Familie innerhalb eines Jahres wieder erkannten. Alle Patientin nahmen Kurkuma mehr als ein Jahr ein. Die mit Alzheimer typischerweise oben verknüpften Verhaltens- und Psychologischen Symptome traten nicht mehr auf.

Es lohnt sich vielleicht die Studie im Detail nachzulesen. Jeder einzelne der drei Fälle wird detailliert nachgezeichnet.

Leistungssteigerung am Ergometer nach 2-wöchiger Vitamin D-Supplementierung

9 zwischen 19 und 53 Jahre alten gesunden Leuten (2 Männer, 7 Frauen) wurden 14 Tage lang 2000 i.U. Vitamin D3 verabreicht. Eine Gruppe von 6 Leuten erhielt nur ein Placebo. Das war das Studiendesign einer Studie der schottischen Queen Margaret Universität. Am Anfang und nach 14 Tagen wurde die Belastbarkeit und Ausdauer am Fahrradergometer gemessen.

Nach 14 Tagen wollte man eine deutlich bessere Leistung (Ergometerdistanz) im 20-Minuten-Belastungstest und ein geringeres Müdigkeitsempfinden bei der Gruppe, die das Vitamin D3 erhalten hatte, festgestellt haben. Auch die Cortisolwerte im Urin, waren bei der Vitamin D3-Gruppe deutlich niedriger und der Blutdruck verbesserte sich ebenfalls deutlich nach unten.

Bei der Placebokontrollgruppe gab es nach 14 Tagen in allen gemessenen Bereichen keine wesentlichen Veränderungen.

Dass nach bereits 2 Wochen der Supplementierung eine deutliche Senkung wesentlicher Stressmarker (Cortisol, diastolischer und systolischer Blutdruck) eingetreten war, mutet doch einigermaßen erstaunlich an. Vielleicht war es ja auch nur Zufall. Die Anzahl der Studienteilnehmer war nicht besonders hoch.
Hier geht es zum Volltext der Studie.

Kann Ashwagandha beim Nicht-klassischen Adrenogenitalem Syndrom helfen?

Das sogenannte Nicht-Klassische Adrenogenitale Syndrom ist eine nicht seltene Normabweichung, die häufig bei ashkenasischen Juden, Hispanics, Italienern und Balkanbewohnern anzutreffen ist.

Sie zeichnet sich laut Wikipedia durch nachstehende Eigenschaften aus:
Bei beiden Geschlechtern tritt eine vorzeitige Schambehaarung und Akne auf. Frauen bekommen Störungen des Menstruationszyklus und der Empfängnis. Fruchtbarkeitsprobleme bei Männern. Der Minderwuchs macht sich bei beiden Geschlechtern allenfalls geringfügig bemerkbar.

In einem Bericht aus 2012 zeichneten Forscher einen Fall einer 57-jährigen Frau nach, die an verstärktem Haarausfall und an einem brennenden Gefühl auf der Kopfhaut litt. Die Frau hatte weder Akne noch Hirsutismus. Diese Frau  behandelte sich quasi selbst in einem Selbstversuch 8 Monate lang mit Ashwagandha, nachdem sie einen TV-Beitrag über allgemein positive Eigenschaften von Ashwagandha gesehen hatte. Davor war der Frau Frau Pioglitazon verschrieben worden. Obwohl diese Behandlung die Haarausfallsymptome verbesserte, hatte die Frau diese Behandlung abgebrochen, da sie Nebenwirkungen fürchtete.

Bei der Einnahme des Ashwagandha stellte die Frau eine deutliche Abnahme ihres Haarausfalls fest. Die behandelnden Ärzte stellten im weiteren Verlauf deutliche Verbesserungen ihrer Kortikoid- und Cortisol-Werte fest.

Da ein einzelner Fall nur bedingte Aussagekraft haben kann, schlugen die Forscher vor, zur besseren Beurteilung der Wirksamkeit von Ashwagandha randomisierte Doppelblindstudien durchzuführen.

 

Der genaue Fallbericht kann hier nachgelesen werden: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4543599/